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Unterhaltung
in der landwirtschaftlichen Schule Wülflingen Winterthur
Samstag, 16. März 2002
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Elite Orchester |

Elite Orchester |

Orchester 1 |

Orchester 1 |

Orchester 1 |

Orchester 1 |

Orchester 2 |
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Steel Band |

Steel Band |
Presseartikel (Originalfassung)
Unterhaltung mit künstlerischem Anspruch
von Hans-Georg Rutz
Am Samstag hat die Vereinigung Winterthurer Harmonikaspieler (VWH) seine Fans zur Abendunterhaltung in der Mehrzweckhalle der landwirtschaftlichen Schule Wüflingen eingeladen. Der Verein hat seine Gäste bewirtet, eine grosse Tombola organisiert, die Tanzband Duo Galaxis engagiert und ein abwechslungsreiches Konzert gespielt.
Das Konzert wurde vom Orchester II eröffnet. Auf dem Programm standen nur 2 Stücke aus dem Medley „Modern Pop Styles" eines eher balladenhaft, das zweite rockig. Mit nur 7 Akkordeons plus Schlagzeug lässt sich ein ausgewogener Orchesterklang erzeugen. Das Publikum hat der Darbietung konzentriert und vergnügt zugehört. Dafür wurden sie mit einer Zugabe belohnt, nämlich mit dem romantisch verträumtem „Dreams" von Dani Studer. In allen Stücken haben die jungen Musiker mit sehr transparentem Sound die Vielfältigen Möglichkeiten des Akkodeons vorgeführt.
Nach der kurzen Eröffnung hat das Elite-Orchester übernommen und die vielen subtilen Klänge des Akkordeons voll ausgeschöpft. Das Arrangement „Blue in Blue" ist auf das Akkordeonorchester zugeschnitten. Das Orchester hat mit Engagement viele Nuancen intensiv herausgearbeitet und kunstvoll interpretiert. Im „Teufelstanz" ist Virtuosität gefragt. Schnelligkeit allein auf dem Instrument ist kein Garant für schöne Musik. Aber die rhythmische Präzision dieses Orchesters, die hier absolut notwendig ist, ist ein besonderes Vergnügen. Die totale Überraschung war das Arrangement des bekannten Hits „The Final Countdown". Das Orchester hat dem Song eine wunderschöne lebendige Note verliehen. Das Orginal hat eben eine synthesizerlastige Begleitung, das Akkordeon aber kann atmen. Zusammen mit der spannenden Dynamik hat das Elite-Orchester eine Version vorgepielt, vor dem sich die Urheber fürchten müssen, weil sie wesentlich musikalischer gelungen ist.
Während den Umbaupausen haben die Vorstandsmitglieder des VWH das Abendprogramm humorvoll kommentiert und versucht, den roten Faden zu rekonstruieren, der das Programm zusammenhält. Schlussendlich sind sie die Antwort schuldig geblieben. Dabei liegt es auf der Hand, dass die drei Orchester durch ein Gastorchester ergänzt werden, das ebenfalls seinen eigenen und ganz speziellen Klang hat: Die Steelband ProPan aus Pfäffikon.
Die Vorführung der Steelband ProPan überzeugte vor allem durch den rhythmischen Groove und durch Schalldruck. Durch die Lautstärke, welches die Pans erreichen, eignen sie sich besonders gut für die Fasnacht. Entsprechend anspruchsvoll ist die Herausforderung, ein Konzertprogramm zu spielen. Die Steelband löst dieses Problem, indem sie ein breites Repertoire pflegt. Ausser den vielen lateinamerikanischen Rhythmen haben sie komplexe Bearbeitungen von den Beatles und von Queen aufgenommen.
Markus Jordi (Bandleader) hat die exotischen Instrumente der Steelband vorgestellt. Nach den Erläuterungen wurde klar, wie beschränkt eigentlich ein Blechfass ist, dass eine Steelband viele Instrumene braucht, und wie wichtig der Rhythmus ist. Trotzdem, mit dem musikalischen Ausdruck eines Akkordeons kann sich die Steelband nicht vergleichen.
Das insgesamt mehr als zweistündige Programm wurde vom Orchester I abgeschlossen. Das grösste von den drei Orchester hätte einen schwierigen Stand gehabt, wenn es hätte die Leistungen der Vorhergehenden übertreffen wollen. Der Dirigent Sergei Stukalin hat ein gutes Gefühl, was das Publikum erwartet. Nach soviel Aufmerksamkeit und Abwechslung braucht es etwas zum Geniessen: Einfach sich zurücklehnen und entspannen.
Der volle, teilweise wuchtige Klang dieses Orchesters lädt ein zum Schwelgen. In diesem stilistisch gemischten Konzertblock war für jeden etwas dabei. Endlich erklang auch der „marche triomphale", ein typischer, aber nicht mehr zeitgemässer Handorgelmarsch. Die ältere Generation hat sich daran erfreut.
Der Präsident Bruno Sommer zeigte sich in seiner Ansprache erfreut über das grosse Interesse an der Handorgelmusik. Wenn es der russische Dirigent Sergei Stukalin weiterhin versteht, die Akkordeonisten zu Grösstleistungen zu motivieren, dann wird der Verein weiterhin viele Freunde gewinnen.
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